MESSENGER umkreist Merkur
Aus Astronomie Lexikon
In der Nacht zum 18. März ist zum ersten Mal eine Raumsonde in die Umlaufbahn des Merkurs eingeschwenkt. Die NASA-Sonde MESSENGER umkreist seit 1:45 Uhr MEZ den Planeten und soll ihn nun ein Jahr lang für wissenschaftliche Zwecke auskundschaften.
Sechseinhalb Jahre dauerte die Reise der Sonde im inneren Sonnensystem, wobei sie an der Erde, zwei Mal an der Venus und drei Mal am Merkur selbst vorbeigeflogen ist. Nach insgesamt 7,9 Milliarden Kilometern schwenkte sie nun in der letzten Nacht in die Umlaufbahn des sonnennächsten Planeten. Um auf eine der Umlaufbahnen zu kommen und nicht an Merkur vorbei zu fliegen, muss die Sonde ihre Geschwindigkeit reduzieren. Dieses Manöver war keineswegs einfach und kostete die NASA-Sonde MESSENGER 31 Prozent ihres Treibstoffvorrates, den sie beim Start an Bord hatte.
Der Merkur ist der kleinste, sonnennächste und daher schnellste Planet des Sonnensystems und gehört zu den erdähnlichen, felsigen Planten wie Venus und Mars. Doch er ist ein sehr extremer und sehr ungewöhnlicher Planet und birgt noch einige Geheimnisse, die nun gelüftet werden sollen.
Mit den begonnen Untersuchungen erhoffen sich die Wissenschaftler, neue Informationen über die Oberfläche des Planeten, seine geologische Vergangenheit und die Zusammensetzung seiner dünnen Atmosphäre zu erhalten. Auch sein Magnetfeld ist noch weitgehend unerforscht. Außerdem sollen der innere Aufbau und die ungewöhnlichen Pole analysiert werden.
Ein Jahr lang soll MESSENGER auf der Umlaufbahn des Merkurs unterwegs sein und den Wissenschaftlern neue Daten liefern.