Letzter Flug der Discovery
Aus Astronomie Lexikon
Nach monatelanger Verzögerung ist am Donnerstagabend die Raumfähre "Discovery" zu ihrem letzten Flug ins All gestartet. Ziel des Spaceshuttles ist die internationale Raumstation ISS, an der sie am kommenden Wochenende andocken soll. Die "Discovery" startete ihren elftägigen Flug vom Kennedy-Space-Center in Cape Canaveral in Florida um 22:50 MEZ. Sie soll der Raumstation unter anderem ein neues Wasserventil liefern, um weitere Probleme im Kühlkreislauf verhindern zu können. Ingenieure des Columbus-Kontrollzentrums beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben diese Prozedur vorbereitet.
Die Astronauten sollen außerdem das mitgebrachte Logistikmodul "Permanent Multipurpose Module" an der Raumstation ISS andocken. Dieses soll zusätzlichen Stauraum für die ISS-Besatzung bereitstellen, denn seit etwa zehn Jahren wird die Raumstation schon dauerhaft von Astronauten bewohnt und in dieser Zeit hat sich einiges an Material angesammelt. Zukünftig soll das Modul Experimente in Gebieten der Physik, Materialwissenschaften, Biologie und Biotechnologie beherbergen.
Die sechsköpfige Crew wird zudem von Robonaut 2, dem ersten humanoiden Roboter im Weltraum, begleitet. Dieser soll den Astronauten langweilige oder gefährliche Aufgaben abnehmen.
Die "Discovery" ist eines der drei noch im Einsatz befindlichen Spaceshuttles., die sich alle in der nächsten Zeit zur Ruhe setzten werden. Für das Shuttle "Endeavour2" wird ein letzter Flug vorbereitet und auch die "Atlantis" wird wahrscheinlich noch einen Flug ins All unternehmen. Das Ende der Spaceshuttle-Ära ist also in Sicht.
Mit ihrem letzten Flug beendet die "Discovery" eine lange Geschichte der Reisen ins Weltall: Am 30. August 1984 startete sie zu ihrem ersten Flug im All. Es folgten weitere 37 Einsätze; die meisten, die ein Spaceshuttle je flog.